Praxis - Ungräser im Ackerbau - Die bedeutendsten Ungräser im Ackerbau
 
 
Die bedeutendsten Ungräser im Ackerbau

Einteilung und Unterscheidung einkeimblättriger Schadpflanzen im Ackerbau

Ungräser im Ackerbau

Sicher bestimmen, erfolgreich bekämpfen.



  

Die aus Sicht des Landwirts wichtigste Unterscheidung der Ungräser im Ackerbau kann nach der Keimtemperatur erfolgen. Kältekeimer unter den hierzulande wichtigsten Acker-Ungräsern sind das Einjährige Rispengras, Windhalm, Ackerfuchsschwanz und Flughafer. Am häufigsten auftretende Wärmekeimer sind die gemeinhin als Hirsen bekannten Arten wie Hühnerhirse, Finger und Borstenhirsen.

Die Mindestkeimtemperaturen entscheiden weitgehend auch über das Vorkommen in Winterungen oder Sommerungen. Kältekeimer treten hauptsächlich in Winterungen sowie früh gesäten Sommerungen auf, während die Wärmebedürftigkeit einzelner Hirsearten für ein Auflaufen hauptsächlich in später gesäten Sommerkulturen wie Mais, Rüben oder Gemüse verantwortlich ist.

Die besonders wärmeliebenden Finger- und Borstenhirsen laufen aufgrund ihrer hohen Keimtemperaturen in der Regel zuletzt auf, während die Hühnerhirse in der Regel als erste Hirse zu beobachten ist. Für den Botaniker dient nicht die Wärmebedürftigkeit der Ungräser, sondern die Einordnung anhand gemeinsamer Merkmale im Bau des Sprosses und der Blüte als Unterscheidungskriterium.

Innerhalb der Familie der Echten Gräser oder Süßgräser (Poaceae, synonym Gramineae) werden die Arten mit geringen Keimtemperaturansprüchen der Unterfamilie der Pooideae (synonym Festucoideae, Rispengräser oder Schwingelartige) zugeteilt, die bei uns bedeutenden Arten mit höherem Wärmebedarf der Familie der Panicoideae. Letztere werden als Hirsen bezeichnet. Neben diesen lässt sich noch eine weitere Unterfamilie, die Chloroideae, aufführen.

Arten dieser Unterfamilie haben mit den Hirsen einige äußere Merkmale gemein, treten aber vorwiegend in trockeneren Klimazonen auf. Verschiedene Ungräser dieser Unterfamilie, z. B. Steifhalm, Leptochloa, werden bei uns allenfalls vereinzelt im Zusammenhang mit Einschleppung durch importiertes Kultur- Saatgut beobachtet. Bedeutsam für die Bekämpfung ist, dass nicht alle auf den ersten Blick als Gräser wahrgenommenen einkeimblättrigen grasartigen Pflanzen wirklich Echte Gräser sind. Hierzu gehören insbesondere das Erdmandel„gras“, Cyperus esculentus, das einer anderen Pflanzenfamilie, den Sauergräsern (Cyperaceae), zugeordnet ist, Seggen und Simsen, Scirpus spp. und Carex spp., die ebenfalls den Sauergräsern zugeordnet werden, Binsen, die zur Familie der Binsengewächse (Juncaceae) gehören, und Lauch- Arten, z.B. Weinbergs-Lauch, Allium vineale, die zu den Liliengewächsen (Liliaceae) gezählt werden.

Diese botanisch nicht zu den Gräsern gehörenden Arten werden aufgrund eines anderen Stoffwechsels nicht von herkömmlichen Nachauflauf- Gräserherbiziden erfasst und erfordern, wenn sie als Schadpflanzen auf Acker- oder Dauergrünland auftreten, eine andere Bekämpfungsstrategie. Eine einfache Unterscheidung zwischen Ungräsern aus der Unterfamilie der Pooideae und den Hirsen kann in frühen Wachstumsstadien anhand folgender äußerer Merkmale erfolgen: Pooideae: Das 1. Blatt des Keimlings ist schmal und mehr oder weniger aufgerichtet. Hirsen, Panicoideae und Chloroideae: Das 1. Blatt des Keimlings ist breit und oft flach am Boden liegend.



Mindestkeimtemperaturen und Auflaufzeiträume einiger Ungräser

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