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Einsatz
von Pheromonen zur Populationsabsenkung
Der
Buchdrucker ist einer der wirtschaftlich wichtigsten Schaderreger unter den
rindenbrütenden Borkenkäfern in unseren Fichtenbeständen.
Eine biologische Eigenheit dieses Käfers ist die gesellige
Besiedlung des Wirtsbaumes, die durch eine chemische Sprache gesteuert
wird. Sprachelemente dieses Kommunikationssystems sind Pheromone.
Nach dem Anflug und mit Fraßbeginn setzen die Pionierkäfer
bei der Kotausscheidung sogenannte Aggregationspheromone, die im
Verdauungstrakt gebildet werden, in die Luft ab.
Diese leicht flüchtigen chemischen Substanzen locken nun weitere
weibliche und männliche Individuen der gleichen Art an, so
daß es bei günstigen Umweltbedingungen schnell zu einem
Massenbefall der anfangs nur vereinzelt bevölkerten Stämmen
kommen kann. Ist der Baum besetzt, so werden von den Käfern
Ablenkstoffe abgesetzt, die einer Überbesiedlung entgegen wirken.
Es bedurfte einer längeren intensiven Forschungsarbeit bis
die Wissenschaft den chemischen Mechanismus erkannt hat, der regelmäßig
an geeignetem Brutmaterial zur Massenbesiedlung führt.
Seit einigen Jahren werden in der Praxis in großem Umfang
verschiedene artspezifische, auf synthetischem Wege hergestellte
Pheromonlockstoffe, in den hierfür speziell entwickelten Kunstoff-Fallen,
eingesetzt. Man mußte aber bald feststellen, daß das
praktikable, umweltfreundliche, biotechnische System allein nicht
ausreicht, die Waldbestände auf Dauer und sicher gegen Borkenkäferbefall
zu schützen.
Auch hier hat die Natur Grenzen gesetzt, die mit dem derzeitig praktizierten
Pheromoneinsatz nicht überwunden werden können. Das biotechnische
Verfahren ist nur ein kleines Glied der aneinander gereihten Methoden
des integrierten Pflanzenschutzes. Erfahrungsgemäß ist
erst dann ein ausreichender Schutz der Kulturpflanzen gewährleistet,
wenn alle Glieder dieser Kette in Bewegung bzw. im Einsatz sind.
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