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Formulierung und Mischbarkeit von Pflanzenschutzmitteln

Pflanzenschutzmittel unterliegen auf dem Weg zur Zulassung durch die entsprechenden Behörden einem langen Prüfungsprozess

Hier werden biologische Wirkungen genauso überprüft wie die Toxikologie oder auch die Auswirkungen auf der Nichtzielfläche. In der Praxis warten aber noch andere Anforderungen auf ein Pflanzenschutzmittel. Hier geht es um Eigenschaften bei der Lagerung, da es immer unvermeidbare Restmengen in den Verpackungen gibt und aus arbeitswirtschaftlicher und ökonomischer Sicht auch um das Zusammenführen von Behandlungen, wenn dies sinnvoll erscheint. Auf den folgenden Seiten finden Sie zunächst Informationen zur Formulierung, und das sind Wirkstoffe mit allen Zusatzstoffen, um dann die Thematik der Mischbarkeit darzustellen.

Der Wirkstoff und die Formulierung machen es

Eine zentrale Bedeutung nimmt zunächst der Wirkstoff oder die Wirkstoffkombination ein. Die Vorzüglichkeit hängt von der Selektivität der Wirkung ab, das heißt der hohen Empfindlichkeit auf Schaderreger. Nachdem der Wirkstoff und der Wirkungsmechanismus bekannt sind, gilt es jetzt den Wirkstoff optimal in hoher Menge zum Wirkort kommen zu lassen. Dies kann aber sehr unterschiedlich sein, wenn man nur einmal die Kontaktwirkstoffe mit systemischen Wirkstoffen vergleicht. Kontaktmittel sollen sich auf der Zielfläche gleichmäßig verteilen, um die Erreger erst gar nicht in die Pflanze kommen zu lassen, während systemische Wirkstoffe zu verschiedenen Wirkorten in der Pflanze transportiert werden. Nach dem „Schlüssel-Schloss Prinzip“ wird für jedes Produkt eine optimale Formulierung gewählt.

In der folgenden Tabelle sind Beispiele von Pflanzenschutzmittelkombinationen aufgeführt, die physikalisch nicht kombiniert werden können:

Produkte, inkl. Flüssigdünger Mischpartner Bemerkungen
ATS (schwefelh. Flüssigdünger) Herbizide, z. B. ZOORO Pack ,
TOPIK u.v.a.
Ausflockung, Ablagerung
AHL pur Versch. Fungizide, z. B. ZENIT M Filterverstopfung, baut sich auf
RADIUS Etephonhaltige Produkte Ablagerung, Ausflockung
ZENIT M Epoxiconazolhaltige Fungizide Ablagerung möglich

Unter Antagonismus wird die nachteilige Beeinflussung der Wirkung einer Tankmischung verstanden, wobei der Wirkungsgrad deutlich unter den Einzelprodukten liegen kann.

Produkt Mischpartner Bemerkungen
TOPIK Bentazonhaltige und
bifenoxhaltige Produkte
Der Wirkungsgrad gegen Ackerfuchsschwanz lässt nach
TOPIK Wuchsstoffe > 900 g ai/ha Wirkungsgrad lässt nach
AXIAL Bentazonhaltige und bifenoxhaltige Produkte Reduzierter Wirkungsgrad besonders gegen Ackerfuchsschwanz
AXIAL Wuchsstoffe > 900 g ai/ha Wirkungsgrad lässt nach

Die Veränderung im Umweltverhalten kann bei Kombinationen von Azolen mit bienenungefährlichen Pyrethroiden eintreten, hier kann sich die Einstufung der Pyrethroide auf Bienen verändern.

Produkt Mischpartner Bemerkungen
Alto 240 EC KARATE ZEON oder TRAFO WG Aus B4 wird B2 in der Tankmischung
Tilt 250 EC, GLADIO u.v.a. KARATE ZEON oder TRAFO WG u. a. Aus B4 wird B2 in der Tankmischung

Auch die gute und geprüfte Kulturverträglichkeit von Produkten kann sich bei Tankmischungen verändern.

Produkt Mischpartner Bemerkungen
ORATIO 40 WG MODDUS Phytotox möglich
AHL MODDUS Winterroggen wird nicht empfohlen
AHL TOPIK Winterroggen wird nicht empfohlen
TASPA Fluroxypyr-haltige Produkte Abstand von 14 Tagen notwendig
BOXER IPU Im NA in Wintergerste kann es zu Schädigungen kommen
SHIRLAN Additive Phytotox möglich