Schadgräser
bestimmen in Deutschland im Getreideanbau immer wieder den
Einsatz der Unkrautund Ungrasbekämpfung Schon geringe
Bestandesdichten mit Windhalm, Ackerfuchsschwanz oder Weidelgras
sorgen für einen hohen Ertragsausfall. Diese Arten haben
sich besonders in den vergangenen Jahren im intensiven Getreideanbau
stark ausgedehnt.
Aus ökonomischen Gründen beginnt die Gräserbekämpfung
schon rasch nach der Aussaat im Herbst in früh gedrilltem
Wintergetreide. Der frühe Behandlungstermin und die rechtzeitige
Ausschaltung der Unkrautkonkurrenz sorgt für einen guten
Auflauf und eine günstige Entwicklung des Getreides vor
dem Einsetzen stärkerer Winterfröste. Als Herbizide
werden Bodenwirkstoffe oder blattaktive Komponenten eingesetzt.
Bodenwirkstoffe, Herbstprodukte (vorrangig)
| Wirkstoff(e) |
Chemische Klasse |
Wirkort |
Resistenzklasse
HRAC |
| Prosulfocarb |
Carbamate |
Lipidsynthese |
N |
| Pendimetalin |
Dinitroanilin |
Zellwandbildung |
K 1 |
| Trifluralin |
Dinitroanilin |
Zellwandbildung |
K 1 |
| Flufenacet |
Oxyacetamid |
Zellteilung |
K 3 |
Flufenacet
+ Diflufenikan |
Oxyacetamid
+ Nicotinanilid |
Zellteilung + Carotinoid-synthese |
K 3
F 1 |
Flurtamone
+ Diflufenikan |
Furanon +
Phenoxy-nicotinanilid |
Chloroticum
+ Carotinoid-synthese |
F 1 |
Diflufenikan
+ Isoproturon |
Phenoxy-nicotinanilid + Harnstoffderivat |
Carotinoid-synthese
+ Fotosynthese |
C 2 + F 1 |
| Isoproturon |
Harnstoffderivat |
Fotosynthese |
C 2 |
Isoproturon
+ Beflubutamid |
Harnstoffderivat
+ Amid |
Fotosynthese |
C 2 |
Pendimetalin
+ Flufenacet |
Dinitroanilin
+ Oxyacetamid |
Zellwandbildung
Zellteilung |
K 1
K 3 |
Immer öfter wird auch eine Spritzfolge aus verschiedenen
Wirkstoffklassen erforderlich, um eine sichere Bekämpfung
zu gewährleisten. Aus Sicht der Anwendungstechnik haben
Bodenwirkstoffe nur geringe Ansprüche an die Applikationstechnik,
denn es reicht eine grobtropfige Applikation mit guter Querverteilung
und ausreichender Wassermenge aus. Die Bodenbearbeitung muss
aber dafür umso exakter durchgeführt werden, denn
diese Wirkstoffe verlangen unbedingt ein feinkrümeliges
Saatbett.
Diese vorwiegend bodenwirksamen Wirkstoffe stellen hohe Ansprüche
an die Bodenbearbeitung und sind für eine gute Wirkung
auf Bodenfeuchtigkeit angewiesen.
Gegen Ackerfuchsschwanz sind derzeit von den Bodenwirkstoffen
Flufenacet-haltige Produkte am häufigsten im Einsatz.
Boxer wird in den Ackerfuchsschwanz- Resistenzgebieten erfolgreich
in Spritzfolgen eingebaut. Im Windhalm-Segment stehen eine
Reihe weiterer Bodenwirkstoffe auf IPU-Basis zur Verfügung.
Bodenwirkstoffe, Herbstprodukte (vorrangig)
| Wirkstoff(e) |
Chemische Klasse |
Wirkort |
Resistenzklasse
HRAC |
|
Pinoxaden
|
Phenylpyrazolin |
Lipidbiosynthese
ACC-ase-Hemmung |
A |
|
Pinoxaden
+ Florasulam
|
Phenylpyrazolin
Triazolpyrimidin |
Lipidbiosynthese
ACC-ase-
Hemmung
Aminosäure-
biosynthese-
Hemmung |
A |
|
Mesosulfuron
+ Iodosulfuron |
Sylfonylharnstoff |
Aminosäure-biosynthese
ALS-Hemmung |
B |
|
Clodinafop
|
FOP |
ACC-ase-Hemmung |
A |
|
Flurpyrsulfuron |
Sylfonylharnstoff |
Aminosäure-biosynthese
ALS-Hemmung |
B |
Für die blattaktiven Wirkstoffe ist die Anlagerung an
der noch kleinen Zielfläche besonders wichtig. Sie sind
aber nicht von ungünstigen Bodenverhältnissen abhängig.
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