Praxis - Applikationstechnik Ackerbau - Feldgemüsebau
 
 
Feldgemüsebau

Pflanzenschutz im Feldgemüsebau

Im Gemüseanbau ist die Bekämpfung von Unkräutern, Pilzen und Schädlingen von besonderer Bedeutung, da die Qualitätskriterien sehr hoch sind und bei einem Befall hohe wirtschaftliche Verluste entstehen können. Beim Gemüse unterscheidet man grundsätzlich:

  • Blattgemüse
    (z. B. Spinat, Salat etc.)
  • Fruchtgemüse
    (z. B. Gurke, Tomate, Paprika etc.)
  • Stängelgemüse
    (z. B. Spargel, Rhabarber etc.)
  • Wurzelgemüse
    (Karotten, Sellerie etc.) sowie
  • Zwiebelgemüse
    (Zwiebel, Schalotte etc.)

Die Applikationstechnik ist auf den jeweiligen Schutz der Gemüsepflanzen abzustimmen. Das Funktionselement Düse hat dabei wesentlichen Einfluss auf die Anlagerungsrate und die Belagsstruktur und damit letztlich auf den biologischen Bekämpfungserfolg. Die Wasseraufwandmengen je ha liegen aufgrund der unterschiedlichen Morphologien der Pflanzen meistens über denen im normalen Ackerbau.

Anwendung von PSM*

Wasseraufwand (l/ha)

Empfohlener Druckbereich
 (bar)

Herbizide ID IDK LU DF TR
Boden 200-400 3,0-6,0 1,5-3,0 1,5-3,0    
Blattaktiv 200-400 5,0-8,0 3,0-6,0 1,5-3,0   3,0-5,0
Total 200-400 3,0-6,0 1,5-3,0 1,5-3,0   3,0-5,0
Insektizide ID IDK LU DF TR
Systemisch 300-600 3,0-6,0 1,5-3,0 1,5-3,0 2,0-4,0 3,0-5,0
Kontakt 400-600
(< 50 cm)
5,0-8,0 3,0-6,0 2,5-5,0 2,0-5,0 3,0-8,0
Kontakt 600-800
(> 50 cm)
5,0-8,0 3,0-6,0 2,5-5,0 2,0-5,0 3,0-8,0
Fungizide ID IDK LU DF TR
Kontakt
(Salat, Kohl, Gurken)
600-1000 5,0-8,0 3,0-6,0 2,5-5,0 2,0-5,0 3,0-8,0
Systemisch 300-600 5,0-8,0 1,5-5,0 1,5-3,0 2,0-4,0 3,0-5,0

Düsengröße anhand der Auswahlkriterien Flüssigkeitsaufwand, Fahrgeschwindigkeit sowie Spritzdruck aus Spritztabellen bzw. über Lechler Hektar-Mengen-Rechner ermitteln
* Pflanzenschutzmittel

Ab Windgeschwindigkeiten von über 3 m/s sollte der Anwender nach „guter fachlicher Praxis“ abdriftmindernde Maßnahmen ergreifen (z. B. Auswahl abdriftmindernder Düsen, Senkung des Spritzdrucks, Verringerung der Geschwindigkeit, stärkere Beachtung der Windrichtung). Bei Windgeschwindigkeiten von über 5 m/s, Temperaturen über 25 °C oder einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 30 % ist es ratsam, die Pflanzenschutzmaßnahmen zu verschieben. Die optimale Fahrgeschwindigkeit im Feldgemüsebau ist auf die Bekämpfung der Schaderreger und die zu behandelnde Kultur abzustimmen und kann zwischen 3 und 6 km/h liegen.

Die verschiedenen Düsenarten

Injektordüsen
Die neuen Air-Injektordüsen ID und IDK erfüllen die Anforderungen der BBA als „verlustmindernde Gerätetechnik“ und sind durch Eintragungen in die Abdriftminderungsklassen 90%/ 75%/ 50 % als außerordentlich abdriftarm eingestuft.

Air-Injektordüse: IDInsbesondere die ID-Injektordüsen behalten diese Eigenschaft auch bei hohem Druck annähernd bei. Durch die „Bläschenbildung“ wird eine deutlich verbesserte Belagsstruktur und durch das gröbere Tropfenspektrum eine gute Bestandsdurchdringung erzielt. Diese Düsen eignen sich grundsätzlich für alle Pflanzenschutzmaßnahmen, die abdriftarm zum Schutz von empfindlichen Nachbarkulturen, Gewässern und Saumstrukturen ausgebracht werden müssen. Darüber hinaus lassen sich die Mindestabstände zu Gewässern und Saumstrukturen im Vergleich zur Standarddüsentechnik deutlich reduzieren.

Besondere Vorteile sind bei Herbiziden im Bereich Vorsaat, Vorauflauf, aber auch systemischen Herbiziden im Nachauflauf oder systemischen Fungiziden und Insektiziden zu sehen. Selbst Flüssigdünger lassen sich ausgezeichnet – auch in Verbindung mit Pflanzenschutzmitteln – mit diesen Düsen ausbringen.

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Standard-Flachstrahldüsen
Die Mehrbereichs-Flachstrahldüsen LU gelten als Universaldüsen und zerstäuben je nach Düsengröße und Druck fein-, mittel- oder grobtropfig. Sie sind grundsätzlich für alle Pflanzenschutzmaßnahmen geeignet und haben besondere Vorteile bei der Ausbringung von Kontaktfungiziden und -insektiziden.

Standard-FlachstrahldüseDie Doppelflachstrahldüse DF zeichnet sich als Spezialdüse für die feintropfige Applikation großer Wasseraufwandmengen aus. Durch zwei jeweils in Fahrtrichtung um 30° nach vorn und hinten gerichtete Flachstrahlen wird erreicht, dass auch nach oben gerichtete Zielflächen wie Halmteile und Blattspreiten gut benetzt werden.

Sie eignet sich besonders zur Ausbringung von Kontaktwirkstoffen, überall dort, wo es auf eine möglichst gleichmäßige, feintropfige Belagsstruktur ankommt. Mehrbereichs und Doppelflachstrahldüsen sollten jedoch aufgrund des erhöhten Abdriftrisikos nur unter günstigen Witterungsbedingungen zum Einsatz kommen.

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Hohlkegeldüse
Die Hohlkegeldüse TR garantiert in feines bis sehr feines Tropfenspektrum und ist ebenfalls besonders für Herbizide (Unterblattspritzung), Fungizide, Insektizide oder Akarizide auf Kontaktbasis geeignet.

In Raumkulturen und Kulturen mit hoher Blattmasse findet diese Düse Anwendung, da sie wegen des Hohlkegels neben der guten Anlagerung durch das feine Tropfenspektrum eine gute Bestandsdurchdringung sichert, im Vergleich zu leistungsgleichen Mehrbereichs-Flachstrahldüsen weniger abdriftempfindlich ist und Spritzschatten deutlich reduziert.

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Universaltabelle zur Ermittlung von Düsentyp, Leistungsgrößen, Druck, Tropfengröße und Abdriftminderung.

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Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" als PDF downloaden

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Einfluss von Zusatzstoffen auf die Wirkung von Pflanzenschutz-maßnahmen im Gemüsebau

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